Heimerle + Meule gilt als älteste Gold- und Silberscheideanstalt Deutschlands. Begonnen hatte alles 1845, als sich der Unternehmer Julius Dittler in der damaligen Kleinstadt Pforzheim mit etwa 8.500 Einwohnern anschickte, eine Kehretsanstalt zu gründen.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde das Unternehmen dann in Heimerle + Meule umbenannt – gemäß heutigem Recht zunächst als offene Handelsgesellschaft. Nach Ende des ersten Weltkrieges wurde das Unternehmen in der Rechtsform der Aktiengesellschaft betrieben.
Ab dem Jahre 1920 wird das Edelmetall im Haus legiert, zu Halbzeug verarbeitet und an die Schmuck- und Uhrenindustrie geliefert. Unmittelbar später werden die ersten Dentallegierungen entwickelt und produziert. 1935 erfolgte die Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft. Komplementär war Herr Ernst Ackermann.
Bei dem Inferno des 23.02.1945 wurde das damals noch in der Östlichen Karl-Friedrich-Straße befindliche Unternehmen total zerstört. Erste geschäftliche Aktivitäten sind Ende der vierziger Jahre in der alten Goethestraße (heute Volksbank) erfolgt. Alte Pforzheimer erinnern sich noch an die Schmuck- und Uhrenfabrik Knoll + Pregitzer, in deren Räumlichkeiten mit der Geschäftstätigkeit von Heimerle + Meule wieder begonnen wurde.
Durch eine namhafte stille Beteiligung der Lübecker Possehl-Gruppe war es möglich, im Jahre 1951 in der Durlacher Straße 6-10 einen modernen Fabrikneubau zu erstellen. Diesem Fabrikneubau erfolgte am gleichen Anwesen die Überbauung des Hofes und Anfang der sechziger Jahre ein zusätzlicher Neubau an der Berliner Straße, verbunden mit dem Anwesen “Durlacher Straße“. Es spricht für die Unternehmenskultur im Hause Possehl und demzufolge auch bei Heimerle + Meule, dass sich auch heute noch Mitarbeiter im Hause befinden, die einen Teil der geschilderten Zeitläufe noch miterlebt haben. 1960 wird Possehl Gesellschafter.
Mit dem Aufschwung der Elektrotechnik und Elektronik wird Heimerle + Meule, dank seiner Erfahrung auf dem Gebiet der Edelmetall-Halbzeuge, auch in diesem Marktsegment zu einem kompetenten Lieferanten.
Im Jahre 1977 hatte Heimerle + Meule die Innenstadt verlassen und im Pforzheimer Industriegebiet „Brötzinger Tal“ in der Dennigstraße 16 moderne Betriebsräume bezogen, die den modernsten umwelttechnischen Erfordernissen entsprachen und bis heute kontinuierlich den neusten Stand der Technik repräsentieren.
In den neunziger Jahren wurden die räumlichen Verhältnisse immer beengter, so dass man sich im Jahr 2000 für eine bauliche Erweiterung entschloss. Bedingt durch die Übernahme der Heraeus Edelmetall Halbzeug GmbH, Pforzheim, wurden die Planungen 2001 nochmals verändert und bis 2004 umgesetzt. Ein letztendlicher Zusammenschluss der beiden Unternehmen konnte 2005 „unter einem Dach“ in der Dennigstraße 16 vollzogen werden.
Mit diesem Schritt konnten der Geschäftsbereich Edelmetall-Halbzeug sowie die Lohngalvanik im dekorativen Bereich gestärkt werden. Der neu hinzugewonnene Chemiebereich eröffnete ganz Heimerle + Meule im verstärkten Maße den Zugang zu den internationalen Märkten.